Einführung in die Tibetische Medizin

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(TM 1–6 · 60 Unterrichtseinheiten)

Ziel und Anliegen der Einführung

Die Einführung in die Tibetische Medizin bildet den Einstieg in die ärztliche Ausbildung. Sie vermittelt grundlegende theoretische und praktische Konzepte dieses eigenständigen Medizinsystems und schafft die Basis für das Verständnis von Diagnostik, Therapie und Menschenbild der Tibetischen Medizin.

Ziel der Einführung ist es, Ärztinnen und Ärzten einen fundierten Zugang zur Tibetischen Medizin zu ermöglichen. Die Inhalte orientieren sich an der klassischen Tradition und ihrer inneren Logik und werden so vermittelt, dass sie für den medizinischen Alltag nachvollziehbar und anwendbar bleiben.

Umfang und Abschluss

  • TM 1–6
  • 60 Unterrichtseinheiten (UE)
  • Durchführung im Rahmen der Spezialausbildungen der
    Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V. (DÄGfA)

Abschluss:
Zertifikat der DÄGfA
„Einführung in die Tibetische Medizin“

Ausbildungsinhalte

Medizintheoretische Grundlagen

Die Einführung basiert auf dem ersten, zweiten und vierten Tantra des Gyü-zhi. Vermittelt werden die zentralen Grundlagen der Tibetischen Medizin, darunter:

  • Geschichte und Entwicklung der Tibetischen Medizin
  • das psychosomatische Grundkonzept (BodyMind)
  • die Drei-Säfte-Lehre: rLung (Wind), Tripa (Galle), Bedken (Schleim)
  • Konstitutionslehre
  • sieben Körperbestandteile
  • drei Ausscheidungen
  • allgemeine Gesundheits- und Krankheitslehre

Diese Inhalte bilden die Grundlage für Diagnostik und Therapie und eröffnen ein differenziertes Verständnis von Krankheits- und Heilungsprozessen.

Diagnostik

Ein zentraler Bestandteil der Einführung ist die Vermittlung der diagnostischen Methoden der Tibetischen Medizin. Dazu gehören:

  • allgemeine klinische Diagnostik
  • Pulsdiagnostik
  • Zungendiagnostik
  • Urindiagnostik
  • Ohr- und Augenvenendiagnostik

Die diagnostischen Verfahren werden in ihrer Bedeutung für Anamnese, Einordnung von Beschwerden und therapeutische Planung vorgestellt.

Therapie

Im therapeutischen Teil der Einführung werden grundlegende Therapieformen der Tibetischen Medizin vermittelt:

  • Diätetik und Ernährungslehre
  • Anweisungen zur Lebensweise
  • innere und äußere Therapien
  • Einführung in die Materia medica
  • Moxibustion
  • Hor-me (spezielle Hitzetherapie)

Der Schwerpunkt liegt auf einem praxisnahen Verständnis der therapeutischen Möglichkeiten und ihrer Anwendung im medizinischen Kontext.

Didaktischer Aufbau

Die Einführung gliedert sich in sechs Seminare:

  • TM 1–4
    Vermittlung der medizintheoretischen Grundlagen, der Drei-Säfte-Lehre, der Konstitutionslehre sowie der diagnostischen Verfahren.
  • TM 5–6
    Praxisseminare mit Falldemonstrationen, praktischen Übungen zur Diagnostik sowie Einführung in ausgewählte Therapieformen, einschließlich Moxibustion und Hor-me.

Seminarübersicht (TM 1–6)

TM 1–2
Einführung, Geschichte und Grundprinzipien
Drei-Säfte-Lehre, BodyMind-Konzept, Konstitutionslehre

TM 3–4
Vertiefung der theoretischen Inhalte
Diagnostik: Puls-, Zungen-, Urindiagnostik
Therapie: Diätetik, Lebensweise, innere und äußere Therapien

TM 5–6
Vertiefung der Lehrinhalte
Materia medica
Falldemonstrationen in der Praxis
Behandlungsstrategien
praktische Übungen in Pulsdiagnostik und Hor-me-Praxis

Anmeldung, Kursdaten 2026 und weitere Information

Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V.
Spezialausbildung Tibetische Medizin


Übergang zur Grundausbildung

Die Einführung bildet die Voraussetzung für die anschließende
Grundausbildung in Tibetischer Medizin (TM 7–20).

→ Zur Grundausbildung in Tibetischer Medizin